Da waren wir also mit unserem Wägelchen (ich nenne es einfach mal so) auf dem Highway gen Osten unterwegs. Ein LKW-Fahrer blieb uns bisher besonders im Gedächtnis. Dieser hatte es wahrscheinich sehr eilig und somit war der Gasfuß immer am Anschlag und er bretterte mehrmals rechts an uns (und natürlich auch an allen anderen) vorbei. Schon lustig, wenn es rechts auf einmal dunkel wird und der LKW im Blickfeld auftaucht. Da möchte man doch am liebsten gleich eine Spur Abstand halten.
Nachdem wir Toronto endlich passiert hatten, lief der Verkehr gleich viel flüssiger und wir konnten endlich mal ein paar Kilometer schrubben. 250km klingen jetzt pauschal nicht viel. In Deutschland schafft man das auf der Autobahn in locker 2 Stunden. Aber in Kanada geht das alles etwas gemütlicher. Die Strecke sollte eigentlich mein Handy leiten, wofür ich in Deutschland schon Kartenmaterial herunter geladen hatte. Leider konnte damit die Karte nur anschauen und sich nicht navigieren lassen. Nach diversen Versuchen per SMS und Kreditkarte die Funktion freizuschalten, klappte es nicht und wir fuhren nur nach Karte. Da das natürlich auf dem kleinen Handydisplay nicht so optimal ist, näherten wir uns der Wohnung mit der alten Adler-Einkreis-Technik (wir fuhren solange in die Richtung bis wir es irgendwann gefunden haben). Zwischendurch hielten wir noch bei KFC und gönnten uns ein paar Hühnchenspezialitäten (Burger). Auf dem Weg zum Restaurant kam uns gleich ein etwas untersetzter Papa mit seinem Sohn entgegen auf dem linken Arm 2 große Familientüten von KFC haltend. Ich dachte mir so: ja das passt ins Bild.
An der Wohnung angekommen hatte Anna’s Freund Stefan (bei dem wir derzeit freundlicherweise untergebracht sind) noch einen Unitermin und somit mussten wir ein wenig warten. Wir haben die Zeit genutzt und sind kurz runter an’s Wasser gegangen. Danach kam er auch schon und wir konnten unsere Behausung beziehen und die Luftmatratzen aufpusten und uns endlich schlafen legen. Halleluja.
Duschen, essen und ab in die Stadt am nächsten Morgen. Stefan zeigte uns das College – wirklich sehr schöne romanische Bauten. Das College belegt schon fast ein ganzes Stadtviertel. Als wir die Bibliothek betraten, wurde das Klischee vom Apple nutzenden Studi bestens bestätigt. Jeder 2. lief dort mindestens mit einem Macbook oder meistens einem Macbook Pro und Ipod (natürlich die Classic Variante) rum. Ich hab nix dagegen, ist mir nur so aufgefallen
Zum Abschluss sind wir noch Richtung Fort Henry gefahren und die Führung war gut. Die Leute waren clever und haben das Fort in den Hügel reingebaut, so dass die Angriffsfläche relativ gering war. Auch andere Techniken sorgten dafür, dass das Fort nie eingenommen wurde. Clevere Kerlchen damals.
Auch die Jungs auf dem Royal Military College waren alle sehr nett und zerstörten Anna’s Weltbild von harten Armeejungs. Abends frischte dann der Wind auf und es wurde schon recht kühl. Tagsüber sind es noch über 20°C. Wenn die Sonne weg ist, dann wird es aber sehr schnell kalt.
Das selbstgekochte Abendessen hat sehr gut geschmeckt (Lob an die Köchin Anna) und damit sie auch später noch was leckeres zaubern kann, hat sie sich heut noch eine zusätzliche Decke organisiert, weil die Fenster der Wohnung nicht wirklich dicht sind. Morgen Abend werden wir uns mal bekochen lassen und evtl. etwas einheimisches probieren – aber genau wissen wir das noch nicht.
Bis zum nächsten Eintrag!
Letzte Kommentare